Abschied von Pfarrerin Wurster

Sichtlich berührt waren beide: Gemeinde und Pfarrerin. Für die evangelische Kirchengemeinde Sickenhausen war Pfarrerin Birgit Wurster die erste „eigene“ Pfarrerin – und wohl auch die letzte. Mehr als sechs Jahre hat sie mit einem 50%-Dienstauftrag fruchtbar gewirkt als Predigerin, Seelsorgerin, „Teamplayerin“ vieler Initiativgruppen: Minikirche, Kidskirche, „Café miteinander“ (Asylcafé). Just in der Zeit ihrer Neuorientierung lag auch der Höhepunkt ihres Wirkens: Das 50-jährige Jubiläum des Kindergartens „Kleiner Friedrich“ und des Gemeindehauses wurden gefeiert. Das Reformationsjahr wurde buchstäblich begangen mit einer kleinen Gruppe auf dem Luther-Pilgerweg nach Wittenberg.

 

Nun galt es also Abschied zu nehmen in einem Gottesdienst und bei anschließenden Grußworten und Stelldichein. Tränen waren da und dort zu vernehmen. Die Kindergartenkinder und ihre Erzieherinnen, die Pfarrerin Wurster besonders am Herzen lagen, brachten die Geschichte von „Martin“ (Luther) der Gottesdienstgemeinde nahe. Pfarrerin Wurster interpretierte in ihrer Predigt Martin Luthers Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ und sprach davon, dass Glaube wie eine Burg sei, die Schutz biete, wenn Menschen von Angst bedroht sind.

 

In ihren Grußworten würdigten Dekan Marcus Keinath, Joachim Horn als 2. Vorsitzender der Sickenhausener Gemeinde und Thomas Fuhr als 2. Vorsitzender der Degerschlachter Partnergemeinde die gute Zusammenarbeit. -  Frau Möschle von der Grundschule Sickenhausen dankte für das gute Miteinander. Für die Minikirche überbrachte Steffi Kizler anerkennende Worte.

 

Pfarrerin Birgit Wurster wird zum 1. Oktober in Balingen Stadt ihr neues Pfarramt beginnen. Viele Segenswünschen begleiten sie. – Pfarrer Jörg Schweizer, der sich für die gute kollegiale Zusammenarbeit bedankte, wird die vakante Gemeinde betreuen. Leider – so ist anzunehmen (auch wenn amtlich dazu nichts vermerkt wurde an diesem Tag) – wird das evangelische Pfarramt Sickenhausen im Rahmen des Pfarrplanes (und seiner anvisierten Personaleinsparung) nicht mehr ständig besetzt werden. Die ohnehin eng zusammenarbeitenden und geographisch nahe bei einander liegenden Gemeinden werden weiter zusammenwachsen.