Predigtreihe: Schöpfung. Woher? Wohin? - Predigtreihe im Februar 2020 in den Nordraumgemeinden

Die Folgen des Klimawandels sind unübersehbar: Wassermangel, Waldschäden, Stürme und Hitzeperioden sind menschengemachte Folgen unserer gesamtgesellschaftlichen, globalen Lebensweise. Die Bewegung „Fridays for Future“ hält der Welt die Notwendigkeit des Handelns vor Augen: Wenn wir jetzt nichts tun, wird sich die Erderwärmung noch mehr erhöhen. Der Klimawandel lässt sich nicht stoppen, höchstens eingrenzen.

Wie können wir dazu wir theologisch verantwortlich Stellung beziehen? Wir sprechen von der Bewahrung der Schöpfung und bekennen Gott als den Schöpfer. Wir feiern Erntedank, staunen über die Schönheit der Schöpfung und tragen dennoch dazu bei, die Natur zu zerstören, an der wir uns eigentlich freuen möchten.

Ist der Mensch doch nicht die Krone der Schöpfung? Ist in den Akzenten der Traditionen die destruktive oder konstruktive Haltung bereits angelegt? Und wird je nachdem der Auftrag Gottes mehr darin verstanden, sich die Erde untertan zu machen und zu herrschen oder eben den Garten Eden zu bebauen und zu bewahren?

In der jüdisch-christlichen Tradition sind in der Rede von der Schöpfung aber auch wahre Schätze zu finden. Diese zu heben und mit den aktuellen Herausforderungen ins Gespräch zu bringen, stellt sich die Predigtreihe als Aufgabe. Die Pfarrerinnen und Pfarrer des Nordraum-Distrikts werden im Laufe des Februars im Rahmen ihres Kanzeltauschs in den Gemeinden Gottesdienste mit Predigten zu Schöpfungsthemen halten. Pfarrerin Inga Kaltschnee widmet ihre Predigt der Paradieserzählung und fragt: „menschlich oder paradiesisch“? Die „unantastbare Menschenwürde“ (Psalm 8) ist Thema der Predigt von Pfarrerin Beate Ellenberger. Pfarrer Jonathan Hörger- Jebe predigt über das Thema: „ Die ganze Schöpfung seufzt…bis heute“ (Römer 8). Nach Offenbarung 21 wird alles neu – darauf geht die Predigt von Pfarrer Jörg Schweizer ein, und Pfarrerin Waltraud Mohl öffnet in ihrem Gottesdienst den Horizont, dass die Erde „unter Gottes Schutz“ steht. "Und Gott sah, dass es gut war." - Das Lob Gottes in der Schöpfung und die Rolle des Menschen wird das Thema von Pfarrer Traugott Huppenbauer sein (1. Mose 1); und Pfarrer Thomas Soffner, predigt über Psalm 104: Gott schafft, indem er Grenzen setzt.

Zum Einstimmen auf das Thema laden wir zu einem gemütlichen Filmabend am Samstag, 1. Februar 2020 um 19.30 Uhr ins Gemeindehaus in Sickenhausen (Friedrichstr. 9) ein.

Zur Auswahl stehen zwei interessante und mitreißende Spielfilme. In beiden kämpft eine Frau mutig für ihre Ideale: für den Erhalt der Schöpfung gegen Energiekonzerne beziehungsweise für einen beinahe 2000 Jahre alten Olivenbaum. Der erste Film stammt aus dem vergangenen Jahr und spielt in Island und der Ukraine, der zweite aus dem Jahr 2016 und spielt in Spanien und Deutschland. Am Abend werden wir wählen, welchen der beiden Filme wir sehen wollen.

Am Dienstag, 4. Februar laden wir außerdem zu einem Themenabend um 19 Uhr ins evangelische Gemeidnehaus nach Rommelsbach. Unter dem Titel „Und siehe, alles war sehr gut! Gottes gute Schöpfung und was der Mensch daraus macht“ spricht Prof. Christof Voigt von der Theologischen Hochschule Reutlingen. Die biblischen Schöpfungserzählungen beschreiben die Ordnung, die Gott ins Tohuwabohu gebracht hat. Seit Jahrtausenden zeigen sie dem Menschen, wer er ist und welchen Ort in der Welt er einnimmt. Ist dies ein durch die modernen Naturwissenschaften überholtes Weltbild? Oder ist "Schöpfungserzählung oder Naturwissenschaft" eine irreführende Alternative? Darf der Mensch darauf hoffen, dass Gott seine Schöpfung trotz aller Umweltzerstörung erhält? Christof Voigt lehrt an der Theologischen Hochschule Reutlingen als Professor in den Bereichen Biblische Sprachen und Philosophie. Zu seinem Arbeitsbereich gehört  das Verhältnis von Naturwissenschaft und Theologie.