Benefizkonzert der Band „Textvertoner“ in Degerschlacht

Der ursprüngliche Plan, beim schönen und warmen Herbstwetter der Woche zuvor das Konzert im Pfarrgarten durchzuführen, fiel dem Wetterumschwung zum Opfer. Deshalb wurde das Konzert in die Petrus-Kirche verlegt. In Zeiten von Corona hieß dies, dass ein entsprechendes Hygienekonzept umgesetzt werden musste und deshalb nur 40 Plätze zur Verfügung standen.

Die Band „Textvertoner“ hat drei Mitglieder: Bernhard Kizler mit Gesang und e-Piano. Von ihm stammen auch die Texte und die Komposition der eigenen Lieder. Ronny Jahn (Gesang und Gitarre) und Sebastian Schlegel (Cajon und weitere Percussion-Instrumente) vervollständigen das Trio. Für eine stimmungsvolle Beleuchtung, passend zu den Liedern, sorgte an diesem Abend noch Dario Sickeler.

„Komm ruh Dich aus, setz Dich hin, leg die Füße hoch, tu einfach nichts“ war die Aufforderung im ersten Lied und stimmte die Zuhörer auf einen Abend voller gefühlvoller, humorvoller, aber auch nachdenklicher Texte ein, die in eleganter Weise geschrieben und vertont sind. Szenen aus dem privaten Erleben, z.B. die Dankbarkeit und das Staunen nach der Geburt eigener Kinder (Vaterherz), aber auch die Traurigkeit nach dem Tod lieber Angehöriger, sind in den Texten verarbeitet und auf diese Weise vielleicht auch aufgearbeitet worden. Das christliche Fundament ist immer spürbar. Beim Lied „Augen zu und Tanzen“ muss man sich schon zurückhalten, um der Aufforderung im Konzert nicht spontan zu folgen. Um sich dann zu fragen, warum man es nicht einfach getan hat!

Die beiden Vokalisten ergänzen sich stimmlich bestens. Sie wechseln sich in manchen Liedern ab, interpretieren die Texte und verstärken die Aussagen auf diese Weise. Aber auch zweistimmig klingt es immer gut mit lässig gesetzter, guter Intonation. Die Ansagen zwischen den Liedern helfen den Zuhörern, den Kontext der Lieder zu verstehen, um damit auch den Texten noch besser folgen zu können. So hat man den schwäbischen Ursprung bekannter Popsongs erfahren dürfen, die dann, offensichtlich mit englischen Texten unterlegt, zu großen Hits wurden!

Als Instrumentalisten zeigen die drei Musiker ein geschlossenes Bild und unterlegen die Lieder mit eingängigen Rhythmen der Percussion und gekonnter Begleitung durch Piano und Gitarre, die den Texten aber immer den notwendigen Raum lässt. In manchen Liedern klingen Piano und Gitarre sehr ähnlich, so dass der Klangteppich sehr dicht wird. Dann leidet etwas die Transparenz und man wünscht sich vielleicht eine Nutzung weiterer Begleitmöglichkeiten, oder Register der Instrumente.

Der lange und begeisterte Beifall animierte die Band zu einigen Zugaben. Insgesamt war es eine große Freude, sowohl für die Band, als auch für die Zuhörer, dass wieder live-Musik möglich war, trotz aller Restriktionen. Ohne den engagierten Einsatz von Familie und Freunden wäre die Einhaltung aller Regeln gar nicht möglich gewesen. Deshalb muss man nicht nur der Band danken, sondern auch allen Helfern.

Die Spenden am Ende des Konzerts kommen der Diakonie Katastrophenhilfe zu Gute. Dass hier, bei der begrenzten Zuhörerzahl, ein Betrag von 317,- EUR zusammenkam, zeigt auch, wie gut das Konzert allen gefallen hat. Es darf sich also ruhig wiederholen!

Herbert Glöckle